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Sale, Sale, Sale

Geht es Ihnen auch so? Mich nervt es ziemlich, was mir da alles zu absoluten Summer-Sale-Preisen angeboten wird. Ganz egal ob es Kleidung, Möbel, Elektronik oder sogar Dienstleistungen sind. Alles muss raus.

Nachlässe, Schnäppchen

Mit bis zu 50% Nachlass soll ich Waren und Dienstleistungen einkaufen. Es wird einem suggeriert, dass man selbst Schuld ist, wenn man jetzt nicht zuschlägt. Im Umkehrschluss muss sich der Einkäufer in mir fragen, ob ich nicht nur noch im Sale einkaufen sollte. Black Fridays oder unser Sommerschluss-Verkauf, den es so eigentlich gar nicht mehr gibt, scheinen geeignete Aktionen zu sein, um Ladenhüter oder Überbestände an den Mann, die Frau zu bringen.

Der Mensch ist so programmiert. Glücksgefühle kommen auf, wenn man einen richtigen „Schnapper“ gemacht hat.

Als Kaufmann sträuben sich mir die Nackenhaare. Wer nach den Prinzipien des betrieblichen Rechnungswesens kalkuliert, kann solche Nachlässe kaum nachvollziehen.

Oft gibt es dann aber auch Ausnahmen. „Nicht auf Rot-Preise (???)“, „nicht auf bereits reduzierte Ware von Hersteller XY“, „nicht auf Ware, die bereits im Prospekt von 10.12.23 beworben wurde“.

Und dazu erhalten Sie:

Dann gibt es noch die Aktionen, bei denen ich irgendwas dazu bekomme, wenn ich mich für das besondere Angebot entscheide. Ein 50l-Fass Bier, einen Holzkohlegrill, den ich schon 3-mal im Keller stehen habe, eine Wärmepumpe für Bastler, Picknick-Decke, ein Akku-Schrauber, der beim ersten Gebrauch abraucht, ein Balkon-Wasserkraftwerk oder halt irgendwas, was ich eh nicht brauche. Hirn, Belohnungszentrum: „ich bekomme was geschenkt – wie cool ist das denn?“

„Mehrwertsteuer geschenkt.“

Ein tolles Angebot. Gibt es da einen Antrag beim Finanzamt, dass ich als Unternehmer keine Umsatzsteuer mehr bezahlen muss? Falls ja, hat mich mein langjähriger Steuerberater nicht richtig informiert. Oder wie muss ich das verstehen? Mit der Bitte um Info.

Oder ist es vielleicht doch nur ein Nachlass von 19%, von dem ich als Unternehmer gar nicht profitiere und am Ende draufzahle?

Bundles:

Ich soll einen neuen TV kaufen, dafür bekomme ich dann noch ein Handy oder Tablet obendrauf, was ich nie wollte. Nicht schlecht, aber was kostet die Kiste denn ohne das Tablet, frage ich mich da? Oder ist das Tablet eh ein Ladenhüter, der weg muss? Also kostet nichts? Kost nix, is nix.

Oder: nimm 3 zahl 2.

Macht vielleicht beim Döner-Mann Sinn, wenn ich sowieso mit meinen Bekannten unterwegs bin. Aber beim Döner-Imbiss gibts solche Angebote komischerweise nicht.

Vielleicht, wenn ich Socken brauche. Da würde es sich lohnen, da die Waschmaschine die Dinger auch mag. Ich zahle zwei Paar Socken, bekomme drei, zwei für mich, ein Paar für die Waschmaschine. Das klingt jetzt mal vernünftig.

Obacht: manchmal macht es Sinn, den Einzelpreis zu überschlagen. Ich mache das oft.

Der Dreierpack Socken im Aufsteller kostet: 24,99€, Einzelpreis im Regal für 1 Paar: 8,-€

Aber ich will mich jetzt auch nicht bei den Socken festbeißen. 😉

Bei Dingen, die ich halt wirklich nur einmal brauche und erst wieder vielleicht in nem halben Jahr das nächste Mal? Nö.

Rabatt auf Dienstleistung

Wie kann ich Dienstleistungen mit 20, 30oder sogar 50% Rabatt verkaufen? Habe ich vorher nicht so kalkuliert, dass ich mir den Einstandpreis zugrunde lege und mit einem Aufschlag (der die Kosten deckt und einen Gewinn mit einrechnet) meine Leistung kalkuliere? Gefährlich aus dreierlei Sicht:

  1. Meine Kunden fragen sich natürlich, warum meine Dienstleistung jetzt nur noch die Hälfte kostet. Manch einer fühlt sich vielleicht auch zurecht über den Tisch gezogen, wenn er vor einer Woche noch die 100,-€ pro Stunde bezahlt hat.
  2. Ich behaupte so, dass meine eigene Dienstleistung plötzlich nur noch die Hälfte wert und ich muss mir vielleicht die Frage gefallen lassen, ob ich nur noch mit solchen Dumpingpreisen Kundenprojekte erhalte
  3. Kunden merken sich solche Aktionen und werden mich ganz bestimmt darauf ansprechen, wenn der Summer-Sale-auf-Services vorbei ist. Das wird vermutlich kurz vor dem Winter-Sale sein 😳

Ergebnis: ich mach mir selbst die Preise kaputt und arbeite für nix

Palette:

Ziemlich neu ist die Masche, dass man die ultimative Katze im Sack für einen lächerlich kleinen Traumpreis kaufen soll. Eine ganze Palette erstklassiger Ware. Jede Palette besteht aus anderen Waren. Das grüne Gewissen wird beruhigt, weil es wohl meist Retourenwaren oder Insolvenzbestände sind, die sonst vernichtet werden müssten. Nachhaltig!

Das Konto-Gewissen sagt einem: wenn da nur ein ordentlicher Laptop dabei ist, hat sich das ja schon gelohnt. Den Rest verkaufe ich online. Vielleicht packe ich noch Zeugs drauf, was ich sowieso zum Wertstoffhof fahren wollte und schon ist die Palette wieder vollständig. Vielleicht sind solche Paletten-Verkäufe auf diese Weise entstanden?

Um die Qualität zu untermauern, sind zahlreiche (ernst zu nehmende) Kommentare den Angeboten hinzugefügt, die mir versichern, dass es sich um das Wahnsinns-Angebot handelt. Notebooks, iPhones, iPads, PCs, Kaffeevollautomaten, Uhren, Schmuck… alles auf einer Palette.

Angebot nur Montag

Ja, dann gibt es noch Wahnsinns-Angebote, die nur an bestimmten Tagen gelten. Freitag bis Montag oder nur Montag, aber auch nur dann wenn Vollmond ist oder nur Mittwoch und der Marktleiter gut drauf ist. Trick: man hat von dem Angebot gehört, geht hin und der Marktleiter hat schlechte Laune. Man bezahlt das Doppelte.

Sale beim AV-Profi:

Einfach: gibts nicht!

Kühne These zur Diskussion:

„Am meisten spare ich doch, wenn ich erst gar nichts kaufe.“

Meinung dazu?

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